Bei der Infrarot-Spektroskopie

wird die Probe mit infrarotem Licht (IR) (also Licht, das längere Wellenlängen besitzt als das sichtbare Licht) durchstrahlt. Dabei wird die Intensität des Strahls hinter der Probe (Transmission) abhängig von der Wellenlänge gemessen. Im IR-Spektrum wird diese Intensität gegen die Wellenlänge oder (häufiger) die Wellenzahl (reziproke Wellenlänge) aufgetragen. Das Spektrum ist für jede Substanz charakteristisch.

Da die Harnsteine nicht transparent sind, können sie nicht direkt in das Spektrometer gegeben werden. Die Harnsteine werden pulverisiert und mit einer größeren Menge Kaliumbromid verrieben. Dieses Gemisch wird unter hohem Druck zu einer dünnen Tablette gepreßt. Durch den Überschuß an Kaliumbromid ist diese durchsichtig, und die Bestandteile der Harnsteine sind darin fein verteilt. Mit diesem Pressling wird die spektroskopische Untersuchung durchgeführt.



IR-Spektrum Cystin
Cystin

Die Abbildungen zeigen die IR-Spektren zweier typischer Bestandteile von Harnsteinen. Bei Steinen gemischter Zusammensetzung lassen sich Bestandteile nachweisen, deren Gehalt mindestens 10% beträgt. Auch eine halbquantitative Auswertung ist möglich.