Eine präventive Therapie ist wichtig, da es sich bei der Cystinurie um eine erbliche Stoffwechselstörung handelt und die Cystinsteine bei den meisten Hunden im Laufe der zwölf auf die chirurgische Entfernung folgenden Monate zur Rezidivierung neigen.

Rezidive sind umso wahrscheinlicher, wenn der betroffene Hund große Mengen Cystin ausscheidet.

Eine Nahrung

kann bei Hunden mit gering- bis mittelgradiger Cystinurie eine präventive Wirkung gegen die Entstehung von Rezidiven der Cystinsteine haben.

Falls erforderlich, kann die diätetische Behandlung mit einer alkalisierenden Therapie ergänzt werden, um den Harn-pH-Wert anzuheben und der Bildung von Cystinsteinen vorzubeugen (Hoppe et al., 1993; Hoppe & Denneberg, 2001).

 

Die Dosierung sollte so angepasst werden, dass der Harntest auf Cyanid-Nitroprussid negativ ausfällt.

 

Der Grad der Cystinurie kann bei einigen Hunden mit zunehmendem Alter abnehmen, so dass die MPG-2-Dosis herabgesetzt oder sogar völlig abgesetzt werden kann (Hoppe & Denneberg, 2001).

 

 

Schlussfolgerung

Diätetische Modifikationen spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Cystinurie.

 Die Nahrung beeinflusst die Sättigung des Harns mit Cystein, indem sie den pH-Wert, das Harnvolumen und die Konzentration gelöster Substanzen beeinflusst.

Der Harn-pH-Wert ist der wichtigste Faktor zur Kontrolle der Cystintsättigung des Harns.

Auch eine Einschränkung der diätetischen Zufuhr von Kristalloiden kann vorteilhaft sein, obgleich Veränderungen der Magnesium- und Phosphatkonzentrationen allein einen weitaus geringeren Effekt auf die Cystintsättigung des Harns haben als Veränderungen des Harn-pH-Wertes.

Die Erhöhung des Harnvolumens reduziert die Sättigung des Harns für eine gegebene gelöste Substanz, da die Kristalloidkonzentration niedriger ist. Zudem kann die Erhöhung des Harnvolumens die Passage der Kristalle durch den Harntrakt beschleunigen, so dass die für das Kristallwachstum zur Verfügung stehende Zeit verkürzt wird.

 

Merke

Das allegemine Ziel der diätischen Behandlung der Cystinurie ist die Reduzierung der Übersättigung des Harns mit Lithogenen Substanzen.