Vitamin C Gabe bei Cystinurie – ein Erfahrungsbericht

(Erstveröffentlichung im Forum)

Hallo liebe IT-Menschen!
Wir haben in der Vergangenheit einige Analysen bei Laboklin machen lassen, zunächst, um die CU-Diagnose zu sichern und dann, um den Einfluß der Fütterung oder verschiedener Zusatzstoffe auf die Ausscheidung der COLA-Aminosäuren, Urin pH und Enstehung unterschiedlicher Steinvorstufen (Calciumoxalat, Tripelphosphate=Struvit) zu testen.

Gleichzeitig ist es uns möglich, relativ zeitnah das Urinsediment selbst zu untersuchen, was natürlich ein enormer Vorteil ist.

Die Ergebnisse haben uns geholfen, neue Erkenntnisse zu bekommen um besser mit der Erkrankung unseres Hundes umzugehen.

Diese Erkenntnisse gebe ich immer gerne an CU-Hundebesitzer weiter, allerdings immer unter dem Vorbehalt, daß ich das alles nur bei meinem Hund beobachtet habe und ich keine Verantwortung für das gleiche Ergebnis bei anderen Hunden übernehmen kann.

Ich bin in diesem Zusammenhang einer weiteren bekannten therapeutischen Empfehlung (neben Alkalisierung des Urins, erhöhen der Harnmenge, Reduktion eiweißreicher Kost usw.) gefolgt, nämlich der Gabe von Vitamin C. Vitamin C (Ascorbinsäure) reduziert Cystin zu Cystein, welches im Urin nicht auskristallisiert und ausgeschieden wird.

Die therapeutische Dosis wird hierbei mit 100mg/kg Körpergewicht angegeben, manche Autoren empfehlen auch mehr, ich habe Boone 2g/Tag (4x500mg Tabletten) gegeben-nicht weil er 20kg wiegt, sondern, um den Effekt sicher zu sehen.

Gleichzeitig war es wichtig, den Urin pH zu kontrollieren, da Vitamin C den Urin stark ansäuert.

Ausserdem wird Vitamin C zu Oxalsäure abgebaut, das Risiko der Bildung von Calciumoxalatsteinen steigt (?) Vitamin C Tabletten sind säuerlich, ich habe Boone gleichzeitig eine halbe Bullrich Tablette gegeben, um den Magen zu schützen und gleichzeitig einer Übersäurung des Urins entgegenzuwirken (damit eine Kristallisation des möglicherweise verbleibenden Cystins unterbunden wird).

Das Analysenergebnis habe ich heute aus dem Urlaub abgerufen.

Es zeigt eine starke Senkung des Cystinwertes, was mich hoffnungsvoll stimmt, Boone steinfrei halten zu können.

Ob ich diese Dosis auf Dauer geben werde, weiß ich heute noch nicht, weil ich die Langzeitfolgen einer solchen Dosis nicht kenne.

Vielleicht könnte man den Speiseplan auf jeden Fall um Vitamin C-reiche Kost wie Acerolapulver, Hagebuttenpulver, Kiwi etc. erweitern.

Wer Fragen zur Analyse hat, darf mich gerne kontaktieren, allerdings weise ich auch hier darauf hin, daß meine Beobachtung natürlich keine wissenschaftliche Studie ist und das Ergebnis möglicherweise auch durch mir bis jetzt noch unbekannte Einflüsse zustande gekommen sein könnte.
 
Eine kleine Beobachtung zur Art der Vitamin C-Fütterung wollte ich noch loswerden.

Ich habe es zunächst mit Vitamin C-Retardkapseln (Cetebe, 500mg ret.) versucht und die Kapseln geöffnet, die Pellets übers Futter gestreut. Hier nahm ich zunächst eine kleinere Dosis, je eine Kapsel morgens und abends.

Der Effekt war gleich null, nur der Lysinwert sank etwas, was unbedeutend war.

Ich könnte mir vorstellen, daß das Vit C aufgrund der kürzeren Darmpassage nicht vollständig aus der Matrix freigesetzt wurde. Im Absatz waren jedenfalls weiße Kügelchen zu sehen.


Die jetztige, umwerfende Analyse wurde mit "ganz normalen" Vitamin C Tabletten (Vitamin C mp 500 von medphano) gemacht, auch die Dosis erhöht.


Vielleicht hat jemand hier schon Erfahrungen hinsichtlich Langzeitgabe gemacht? Insbesondere das Risiko der Entstehung von Calciumoxalatsteinen, aber auch anderes würde mich interessieren.

Schöne Grüße
Claudia

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